Gedenktafel vor der Restaurierung
Gedenktafel vor der Restaurierung

Das Museum im Schloss Moers ist aus der Initiative eines Mannes entstanden, des Amtsgerichtsrats am Moerser Amtsgericht, Dr. jur. Hermann Boschheidgen.

Geboren am 26. Mai 1864, stammte er aus der Grafschaft, dem ländlichen Umfeld von Moers, von einem Bauernhof, der voll war von altem Hausrat, wie ihn heute das Museum zeigt.

Als Erbe des Hofes studierte er Landwirtschaft, danach Jura. Die Tätigkeit am Amtsgericht erlaubte ihm das Verfolgen seiner vielfältigen Interessen: Archäologische Ausgrabungen, Geologie, Geschichte, Denkmalpflege und Volkskunde, immer auf den Bereich bezogen, in dem er sich auskannte – die Grafschaft und Moers.

Ein Gegengewicht zum Niederrhein waren die Bildungsreisen, die ihn nach Griechenland, Frankreich, Italien, England und in die Niederlande führten. 1902 beschloss er, nach einer Reise durch Griechenland und Südfrankreich, in Moers nach dem Vorbild des „Museon Arlaten“ in Arles ein Museum für die Grafschaft und zu dessen Unterstützung einen „Geschichts- und Museumsverein“ zu gründen.

1904 wurde auf seine Initiative der Verein für Heimatkunde und das Grafschafter Museum tatsächlich gegründet. Eine erste Ausstellung der Museumsobjekte fand im Saal der Sozietät statt.

Da das Schloss zum Verkauf stand und in Gefahr war, dauerhaft in Privatbesitz überzugehen, verwirklichte  Boschheidgen die Chance, Denkmalschutz und Museumsidee zu verbinden. 1905 sorgte er für den Ankauf durch die Stadt und rettete damit das historische Baudenkmal und den Park für die Öffentlichkeit.

1908 wurde das Grafschafter Museum im Schloss eröffnet. Hermann Boschheidgen brachte seine römischen Funde, die er aus den ersten systematischen Grabungen nach dem Römerlager Asciburgium gewann, ins Museum ein, er erweiterte die Sammlung, erschloss neue Sammlungsbereiche und leitete es bis zu seinem Tod am 2. Februar 1924.

Die von Boschheidgen aufgebaute und im Laufe der Jahre durch den von ihm gegründeten Verein ergänzte Sammlung wird heute auf Grund eines Dauerleihgabevertrages zwischen der Stadt Moers und GMGV e. V. im Grafschafter Museum aufbewahrt und z. T. ausgestellt. Die Aktivitäten des GMGV gehen mittlerweile deutlich über den Ausbau der wertvollen Sammlung hinaus: Neben kulturellen Aktivitäten wie die Veranstaltung von Vorträgen und Ausstellungsbesuchen betreibt der GMGV das Industriedenkmal des Fördermaschinengebäudes Rheinpreussen Schacht IV.

Der Innenhof des Moerser Schlosses wird zur Zeit aufgewertet und umgestaltet und soll wohl auch wieder als Ort kleinerer Veranstaltungen genutzt werden. Der GMGV sah sich deshalb in der Pflicht, die dort am Museumsaltbau angebrachte und durch den Zahn der Zeit verwitterte Natursteintafel zum Gedenken an Hermann Boschheidgen durch einen Steinmetz restaurieren zu lassen. Die gebrochene Platte ist fachgerecht vom Steinmetz Christian Többen repariert, gereinigt und mit lesbarem Schriftzug versehen worden, so dass sie jetzt in würdiger Form an einen Mann erinnert, der für die Stadt Moers und ihre Bürgerschaft Bedeutsames geleistet hat. 

Gedenktafel nach der Restaurierung
Gedenktafel nach der Restaurierung
Über das gelungene Werk freuen sich: Steinmetz Christian Többen, Peter Boschheidgen, Museumsleiterin Diana Finkele, Horst Grundmann, Frank Heinrich, Dr. Wilfried Scholten
Über das gelungene Werk freuen sich: Steinmetz Christian Többen, Peter Boschheidgen, Museumsleiterin Diana Finkele, Horst Grundmann, Frank Heinrich, Dr. Wilfried Scholten

 

 

 

 

 

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